





Grandiose 4000er Tour auf der Grenze CH/IT
Die sog. „Spaghetti-Runde“ vereint die günstig aneinander liegenden 4000er zwischen dem Matterhorn und dem Monte-Rosa-Massiv. Der Grenzgipfel Castor oder Punta Castore ist einer von ihnen. Die Überschreitung kann im Spätsommer wegen Ausaperung der Westflanke sehr heikel werden, weshalb wir uns auf eine einseitige Besteigung beschränken. Das Felikhorn das mit 4087 m auch als 4000er gezählt werden darf, nehmen wir aber als Überschreitung mit.
Überblick
Obwohl man den Castor auch gut von der Schweizer Seite besteigen kann, steuern wir als Ausgangspunkt das Aostatal an. Die autonome Region im Norden Italiens bietet mit vielen Seitentälern tolle Zugänge zu den höchsten Gipfeln der Alpen. Touristisch durchaus gut erschlossen sind sie jedoch lange nicht so überlaufen wie beispielsweise Zermatt auf Schweizer Seite.
Wir fahren am Donnerstag (14. Sept.) vom Unterwallis aus über den grossen Sankt Bernhard und steuern das langgezogene Val d’Ayas an. Am Anreise-Abend nächtigen wir zunächst am Talboden und steigen am Freitagmorgen (15. Sept.) ins Hochgebirge auf. Die Gipfelbesteigung des Castor gehen wir nach ausreichender Akklimatisierung am Samstag (16. Sept.) an wobei wir den grössten Teil des Gesamtabstiegs noch am gleichen Tag bewältigen. Entspannter wird letztlich der Sonntag (17. Sept) an dem wir noch einen Abstecher in Aosta einbauen könnten.
Anreisinfo
Anreise entweder ab Kandersteg via Autoverlad Lötschberg (Abfahrt ca. 16:00 Uhr) oder Treffpunkt in Martigny im Unterwallis (ca. 17:30 Uhr).
Hochtouren-Ausrüstung erforderlich:
– Gurt / Karabiner / Schlingen / Schnüre
– Pickel
– Helm
– Steigeisen
– Eisschrauben
– Seil (bringe ich mit)
Ausgangsort / Gebiet
Etappen
Tag 1: Hüttenzustieg
![]() 1800 Hm | ![]() – Hm | ![]() 10.0 km | ![]() 8:00 h |
Mit 10 km Strecke kommt die erste Etappe der Tour nicht gerade als langer Hüttenzustieg daher. Beim Blick auf die zu bewältigenden Höhenmeter kann man aber erahnen mit welcher Steigung man rechnen muss. Die meisten Alpinisten lassen sich mit den Bergbahnen und Liften bequem ins Colle della Bettaforca bringen. Wir aber umgehen das Skigebiet und nehmen eine weniger begangene und dafür schweisstreibendere Alternative.
Vom kleinen Örtchen Saint-Jacques wandern wir gemütlich ins Val de Veraz. In der Ferne ist bereits der grosse Veraz-Gletscher zu sehen, dessen grosse Seitenmoränen sich weit hinab ins Tal erstrecken. Am Rande der westlichen Moräne passieren wir schon bald den traumhaft gelegenen Lago Blu. Auch wenn für Badegenuss keine Zeit bleiben dürfte geniessen wir kurz den idyllischen Anblick.
Wir kreuzen nun das mittlerweile trockene Gletscherbecken auf die Ostseite und erreichen nach weiterem Anstieg durch lichte herbstliche Wälder die obere Alpe Veraz. Ab hier beginnt der lange und steile Aufstieg ins Colle della Bettolina Superiore. Hier treffen wir auf den normalen Zustieg zur Hütte.
Im letzten Abschnitt folgen wir dem Grat der sich vom Rifugio Quintino Sella hinabzieht. Die Passagen sind zum Teil sehr exponiert, aber mit Fixseilen abgesichert. Gegen Nachmittag erreichen wir die Hütte auf 3585 m und ruhen uns für den nächsten Tag aus.


Tag 2: Punta Castore
![]() ![]() 750 Hm | ![]() ![]() 2200 Hm | ![]() 15 km | ![]() 12:00 h |
Der technisch einfachen Überschreitung des Felikhorns folgt ein schmaler Firngrat zum Castor. Lang wird vor allem der Nachmittag an dem wir noch ein gutes Stück in Richtung Talboden absteigen.
Nach einer erholsamen Nacht starten wir gegen 4:30 Uhr vom Rifugio Quintino Selle und betreten den Felikgletscher direkt hinter der Hütte. In einem leichten Bogen umgehen wir die Spaltenzone unterhalb des Punta Perazzi. Nach einer guten Stunde gewinnen wir eine kleine Mulde unterhalb des Felikhorns. Auch wenn es verlockend erscheint direkt in Richtung Felikjoch zu ziehen, besteigen wir zunächst das Felikhorn und umgehen damit den gefährlichen Bergschrund am Verbindungsgrat zum Castor. Vom Gipfel steigen wir ins Felikjoch ab.
Über eine teils vereiste Firnflanke erreichen wir eine Felsschulter und damit den SE-Grat des Castor. Über diesen zum Teil leicht exponierten Firngrat steigen wir konzentriert auf den Gipfel.
Der Abstieg folgt zunächst dem Aufstieg zurück ins Rifugio und ins Colle della Bettolina. Ab hier nehmen wir diesmal den üblichen Hüttenweg der zwar länger aber weniger steil zunächst ins Colle della Bettaforca und schliesslich zur oberen Alpe della Forca führt. Von hier ist es nicht mehr weit bis ins Rifugio Ferraro wo wir die Nacht verbringen werden.
Tag 3: Talabstieg und Heimreise
![]() ![]() – Hm | ![]() ![]() 400 Hm | ![]() 2 km | ![]() 1:00 h |
Heute erwarten uns keine nennenswerten Anstrengungen mehr. Nach einem etwas längeren Frühstück im Rifugio Ferraro steigen wir durch die schönen herbstlichen Lärchenwälder in einer knappen Stunde zum Ausgangsort ab.
Es bleibt genügend Zeit für einen kurzen Abstecher nach Aosta (oder ein anderes Zwischenziel) bevor wir uns auf die Heimreise begeben.







