Mongolei: Expedition ins Altaigebirge

Endlose Weiten im Land der Winde

Die Einsamkeit und Isolation nimmt für uns Europäer in den schier endlosen Steppen der Mongolei bisher unbekannte Dimensionen an. Viel zu gross ist das Land, um alle Facetten, alle unterschiedlichen Klimazonen und Landschaften in einer Tour zu entdecken. Wir beschränken uns deshalb auf den westlichen Zipfel dieses atemberaubenden Landes, in dem unterschiedlichste Kulturen, Sprachen und Traditionen eindrucksvoll verschmelzen.


Überblick

Die Provinz (mongl. „Aimag“) Bajan Ölgii im westlichen Teil der Mongolei grenzt zu fast gleichen Teilen an China wie an Russland. Kasachstan (mit dem die Mongolei keine Grenze hat) ist hier nur 40 km entfernt. Selbst für mongolische Verhältnisse ist die Bevölkerungsdichte (2.3 Einwohner pro km2) hier sehr dünn. Dennoch bildet die Region den wohl buntesten Schmelztiegel des ganzes Landes aus unterschiedlichsten Religionen, Bräuchen und Sprachen.

Der Grossteil der Einwohner hier ist kasachisch geprägt und bildet aufgrund des islamischen Glaubens eine religiöse Minderheit des Landes (vorherrschende Religion der Mongolei ist der Buddhismus). Dennoch verstehen sich die Menschen hier als Mongolen, sprechen mindestens 2 Sprachen (Kasachisch und Mongolisch) und haben die nationalen Bräuche fest mit ihrer kulturellen Herkunft verknüpft. Da die gesamte Mongolei stark von schamanistischen Bräuchen geprägt ist, bildeten sich hier im Westen des Landes über Jahrhunderte einzigartige kulturelle Mischformen.

Auch wenn der Tourismus in Bajan Ölgii immer bedeutsamer wird, trifft man ausserhalb der Provinzhauptstadt kaum auf Ausländer. Hinter den Toren der Stadt wartet das wüsten- und steppenartig geprägte Landschaftsbild des Altaigebirges, in dem man Berghütten oder Wanderwege vergeblich sucht.

Es können keine Teilnehmer mehr für diese Tour angenommen werden. Meldet euch aber gerne für Tipps und Auskünfte zum Altaigebirge der Mongolei.

Ausgangsort / Gebiet

Eckdaten zur Tour

💰 2500 € (Anzahlung)
🕐 18 Tage
💪 Anspruchsvoll
📅 11. – 29.07.2021
🔧Expedition
🌎 Mongolei

Anmeldung zur Tour

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Gebietsübersicht Dayan-Nuur / Anreise Basislager

Tourenübersicht ausgehend vom Basislager


Etappen

11./12. Juli: Ulaanbaatar

Die Mongolische Airline MIAT bietet im Sommer für einige Monate Direktflüge von Frankfurt nach Ulaanbaatar. Unser Flug geht gegen Mittag und dauert rund 9 Stunden, sodass wir am frühen Morgen des folgenden Tags in der mongolischen Hauptstadt landen.
Wenn der Jetlag nicht zu heftig ausfällt, nutzen wir den Tag, um die Stadt kennenzulernen. Auch wenn das wirtschaftliche und politische Zentrum der Mongolei nicht gerade eine Perle ist, lohnt es sich doch den sowjetisch geprägten Stadtkern zu erkunden. Im Fokus stehen das Landesmuseum, der Dschingis-Kahn-Platz sowie mehrere Klöster. Am Abend versuchen wir unsere Mägen langsam an die mongolische Esskultur zu gewöhnen.


13. Juli: Inlandsflug nach Ölgii

Am Mittag des zweiten Tages befinden wir uns erneut am Flughafen der Hauptstadt, der ebenfalls nach dem Heerführer Dschingis-Kahn benannt ist. Er gilt als Gründer der Mongolei, führte er doch die verfeindeten mongolischen Stämme zusammen, um einen Grossteil der damals bekannten Welt zu erobern.
Der Flug in den äussersten Westen des Landes dauert ca. 2 Stunden. Auch hier durchfliegen wir erneut eine Zeitzone und landen am späten Nachmittag in der Provinzhauptstadt des westlichsten Aimags Bajan-Ölgii. Wir werden von unseren Freunden und Gastgebern erwartet und beziehen bei ihnen unsere Unterkunft für die folgenden Tage.


14. Juli: Familienfest am Tolbo Nuur

Heute bekommen wir einen Vorgeschmack vom Altaigebirge, auch wenn die völlige Isolation noch kein Thema sein wird. Im Gegenteil. Wir lernen die grosszügige mongolische Gastfreundschaft kennen und feiern mit unseren Freunden und deren Familie unsere Zusammenkunft.
Dazu verlassen wir Ölgii und fahren mittels Jeeps an den ca. 1 Stunde entfernt liegenden See „Tolbo Nuur“. Das Jurten-Camp am Tolbo bietet einen schönen Einstieg in das kulturelle und kulinarische Angebot dieser Menschen. Serviert wird Fleisch. Gekocht, gegrillt, vom Pferd, Schaf oder Ziege. Auf Teller, Besteck oder Grillsossen werden wir verzichten müssen.
Die Mongolen sind der Überzeugung, dass das Fleisch ihrer Tiere durch das natürliche Futter und das Leben in den Steppen keine zusätzlichen Gewürze braucht. Für uns ist dieses Geschmackserlebnis jedoch durchaus eine Herausforderung. Bei Milchtee, Bier und Wodka (auch hier dient Dschingis Kahn meist als Markenname) wird gefeiert. Bei gutem Wetter lohnt sich ein Bad im kühlen See.


15. Juli: Vorbereitungen

Wir nutzen den letzten Tag in Ölgii zur Vorbereitung der Altai-Expedition. Wir lernen unseren Fahrer kennen, mit dem wir für die nächsten 1.5 Wochen ein gutes Team bilden müssen. Gemeinsam besorgen wir im örtlichen Supermarkt alles, was wir an Verpflegung brauchen. Ohne russisch, chinesisch oder mongolisch zu können wird das allein eine Herausforderung. Nicht auszuschliessen, dass es später im Basislager die ein oder andere Überraschung geben wird. Wir beladen den Jeep mit Zelten, Kocher, Brennstoff und Verpflegung und machen alles bereit für den nächsten Tag.


15. Juli: Aufbruch ins Altai-Gebirge

Befestigte Strassen kennt man im Westen der Mongolei kaum und auch die staubigen Fahrspuren enden bereits sehr bald hinter der Provinzhauptstadt Ölgii.
Bis zu den Grenzen des Nationalparks Altai Tawan Bogd sind es zwar nur rund 150 km, jedoch rechnen wir damit, den ganzen Tag unterwegs zu sein. Zum einen sind die Routen sehr holprig, sodass man zum Teil nur sehr langsam voran kommt. Zum anderen ist es üblich, mehrere Zwischenstopps bei Freunden und Familie zu machen. Man sieht sich nur selten und nutzt daher jede Gelegenheit für ausgiebige Treffen. Wahrscheinlich ernähren wir uns den Tag über von Milchtee, Gebäck und Süssigkeiten.
Gegen Nachmittag passieren wir die grossen Seen Khurgan Nuur und Dayan Nuur und befinden uns schliesslich im Herzen des riesigen Nationalparks. Dieser umfasst über 6.000 m2 mit unzähligen Seen, Flüssen, Tälern und Gipfeln. Der höchste von ihnen, der Chüiten Uul („kalter Gipfel“), mit 4.374 m.
Unsere Tagesreise endet am Jurten-Camp unserer befreundeten Familie, die als Halbnomaden die warmen Sommermonate hier im Altai verbringen.


16. Juli: Nomadenleben

Bevor wir uns auf den Weg ins einsame Gebirge begeben, erleben wir zunächst die Geselligkeit einer nomadischen Grossfamilie und verbringen einen Tag mit unseren Freunden. Wir helfen, wo wir können und kommen einmal mehr in die schier grenzenlos wirkende Gastfreundschaft dieser Menschen.


17. Juli: Altai – Errichtung Basislager

Ziel des heutigen Tages ist die breite Hochebene südlich des Dayan Nuur (s. topografische Karte oben). Von dort aus peilen wir einen kleineren See (Khar Nuur) an, welcher etwas höher gelegen ist und aus mehreren Flüssen der nach Westen ansteigenden Grenztäler gespeist wird. Der Kahr Nuur selbst hat noch immer eine beachtliche Grösse, wobei in der näheren Umgebung über 100 kleinere Seen zu finden sind.
Die beiden Haupttäler und deren Flüsse bilden oberhalb des Khar Nuur eine Hochebene auf rund 2400 m. Diese Ebene könnte sich gut zur Errichtung eines Basislagers eignen, von wo aus Erkundungs- und Besteigungstouren möglich sind. Bewohnt wird diese Gegend, wenn überhaupt, von ein paar einheimischen Familien. Anderen Bergsteigern oder Touristen werden wir nicht begegnen.
Wir fahren mit dem Jeep soweit wie möglich und tragen falls nötig das Material die restliche Strecke bis zum Lagerplatz.


18./19. Juli: Altai – Erkundungstouren

Für erste Erkundungstouren eignen sich die beiden Täler, welche auf der Hochebene unseres Basislagers zusammenlaufen. Beide sind auf sämtlichen OpenTopo-Maps nicht benannt. Auch die Gipfel herum sind zum Grossteil nicht kartiert. Eine grobe Orientierung bietet daher nur die topografische Karte der Umgebung (alte russische Militärkarte aus den 80er Jahren!). Das in SW-Richtung ansteigende Hochtal ist breiter, weniger lang und spaltet sich erst gegen Ende, nahe der chinesischen Grenze auf. Noch vollständig auf mongolischem Staatsgebiet liegt der Chulut-Ula (3.273 m). Seine Westflanke fällt steil ins oben beschriebene SW-Tal ab. Eine Besteigung über den Nordgrat könnte gut machbar sein.
Das in NW-Richtung verlaufende Hochtal spaltet sich bereits nach ca. 12 km in mehrere kleinere Täler auf. Ziel einer ersten Erkundungstour könnte hier ein höher gelegener See auf rund 2.600 m sein. Die Flanken der Bergketten in den kleineren Tälern sind teils sehr steil. Interessant könnte eine Besteigung des Irmegttin Ula (3.211 m) sein.

Animierter Blick vom Basislager-Plateau und den beiden Hochtälern für Erkundungstouren

20. Juli: Altai – Irmegttin Ula

Der Irmegttin Ula lässt sich wahrscheinlich am besten über den Nordgrat besteigen. Dieser läuft in einem langen Bogen nach Osten aus. Auf der Hochebene, die der lange Grat damit einschliesst befinden sich wieder mehrere Seen.
Vom Basislager aus dürfte diese Hochebene relativ schnell erreichbar sein. Wir kundschaften anschliessend den breiten Ostgrat des Vorgipfels aus und überqueren diesen in den Nordsattel. Ab hier scheint der Grat schmaler zu werden. Über einen letzten steilen Schlussanstieg erreichen wir den Gipfel. Der Abstieg folgt der Aufstiegsroute.

Animierter Blick einer möglichen Route auf den Irmegttin Ula (rot).

21. Juli: Altai – Pausetag

Wir erholen uns an diesem Tag im Basislager und planen sorgfältig die weiteren Tage. Wir erledigen kleine Arbeiten rund ums Lager. Ebenso ist dieser Tag gedacht, um Kleidung zu Waschen, sofern vorher keine Möglichkeit bestand.


22./23. Juli: Altai – Mt. Öndör Khairkahn 3914

Die Berggruppe um den Mount Öndör Khairkahn bildet die höchste Berggruppe der Region und befindet sich östlich des Dayan Nuur direkt an der Grenze zu China. Die grossen Gletscher des Massivs laufen fast alle in nordöstlicher Richtung aus und bilden dabei steil abfallende Hochtäler.
Der Hauptgipfel könnte über einen langen südwestlich verlaufenden Ausläufer zugänglich sein, wobei dabei zusätzlich der Mt. Oi-Kahrgain-Ula (3.527 m) überschritten werden muss. Anschliessend folgt ein schmaler und steiler Verbindungsgrat zwischen Vor- und Hauptgipfel. Je nach Wetter und Bedingungen wäre für diese lange Besteigung auch ein Zwischenbiwak (als Hochlager) sinnvoll. Dieses würde man wahrscheinlich am ehesten auf dem NE-Sattel beziehen (s. topografische Karte oben).
Technisch einfacher dürfte wahrscheinlich ein namenloser Gipfel (3.734 m) eines NW-Ausläufers der Bergkette sein.

Animierter Blick vom namenlosen Gipfel auf den Sattel und den Gipfel des Mt. Öndör.

24. Juli: Altai – Chulut Ula

Der Chulut Ula (südlich unseres Basislagers) ist wahrscheinlich am einfachsten über den breiten NW-Rücken erreichbar. Es wird auch hier ein etwas niedriger gelegener Vorgipfel bestiegen und anschliessend in einen Sattel direkt unterhalb des Nordgrats abgestiegen. Von dort dürfte der Gipfel über den schmalen Grat direkt erreichbar sein.

Animierter Blick einer möglichen Route auf den Chulut Ula (rot).

25. Juli: Altai – Abbau Basislager

Wir bauen unser Basislager ab und bringen alles Material an unseren Jeep und Ausgangspunkt zurück.
Gegen Nachmittag fahren wir zurück an den Dayan Nuur und nehmen von dort die Fahrstrasse nach Ölgii, wo wir gegen Abend erwartet werden.


27. Juli: Rückflug nach UB

Unser Flug nach Ulaanbaatar geht am frühen Nachmittag. Da wir gegen die Zeit fliegen landen wir erst am späten Abend in der mongolischen Hauptstadt.
Wir geniessen den Abend und lassen den Kontrast der Grossstadt mit den Erlebnissen der vergangenen Tage auf uns einwirken.


28. Juli: Kloster Ulaanbaatar

Einen letzten Tag verbringen wir in Ulaanbaatar. Sehenswert und gut erreichbar ist beispielsweise ein uraltes Kloster mitten in der Hauptstadt. Aber auch andere Optionen sind möglich, bevor wir den letzten Abend unserer Reise gemeinsam ausklingen lassen.


29. Juli: Rückflug nach DE

Unser Flug nach Frankfurt geht bereits am Morgen. Da wir diesmal mit der Zeit fliegen dauert der 29. Juli für uns ganze 30 Stunden. Wir landen Mittags in Deutschland und nehmen den nächstbesten Zug zurück in die Heimat.