




4 Tage in absoluter Wildnis
Im Nationalpark Val Grande befindet sich einer der letzten Urwälder Europas. Das grosse und stark verwilderte Schutzgebiet kann zwar kein gut ausgebautes Wanderwegnetz bieten, dafür jedoch ein wahres Abenteuer. Handyempfang oder bewirtete Hütten mit Essen und Schlafmöglichkeiten sucht man hier vergeblich. Gerade im Frühjahr trifft man in der Regel auf keine anderen Wanderer und ist damit isoliert und auf sich allein gestellt.
Überblick
Zwischen Domodossola und dem Lago Maggiore erstreckt sich das weitläufige Schutzgebiet des Val Grande. Namensgebend ist dabei der Rio Valgrande der sich seinen Weg von Nord nach Süd durch den mächtigen Gebirgskamm hindurchkämpft und dabei tiefe Schluchten bildet.
Auch wenn der Nationalpark gerne als Urwald bezeichnet wird, so war das Gebiet bis Mitte des 20. Jahrhunderts besiedelt und wurde bewirtschaftet. Doch im Zuge der damals einsetzenden Landflucht wurden nach und nach auch die letzten Almen aufgegeben und der Natur preisgegeben. Diese eroberte sich in den letzten Jahrzehnten erfolgreich ihr Reich zurück. Heute ist das Gebiet als Nationalpark ausgewiesen und bietet damit eine grandiose Landschaft in einer völlig anderen Dimension von Einsamkeit.
Die Wege werden absichtlich kaum gepflegt und nur wenige Gebäude wurden vor dem Verfall gerettet. Sie bieten ein Minimum an Schutz vor der Nacht. Komfort darf aber selbst auf der Bewertungsskala für Berghütten nicht erwartet werden. Es gibt weder Strom noch fliessendes Wasser. Bei guten Bedingungen wird eine Durchquerung des Nationalparks damit zum unvergesslichen Abenteuer.
Allgemeiner Hinweis zur Tour
Diese Tour stellt keine typische Mehrtagestour dar! Eher leichter Expeditionscharakter (Gepäck etwas schwerer, mittlere technische Anforderungen).
Die Gegebenheiten vor Ort lassen sich nicht vollständig kalkulieren. Wege sind in der Regel stark verwildert, Orientierung teils schwierig. Flüsse müssen mehrfach am Tag überquert werden (ohne Brücken) und manche Schluchtabschnitte sind bei starken Niederschlägen nicht passierbar. Die Beschreibungen der Etappen können in der Realität daher stark variieren und bieten nur einen groben Anhaltspunkt.
Hinweise zur Verpflegung/Ausrüstung
Innerhalb des Nationalparks müssen wir uns selbst versorgen (Essen, Kocher, Brennstoff,…). Es muss auch mit Biwaks unter freiem Himmel gerechnet werden (Tarp, Isomatte, Schlafsack,…).
Eine detaillierte Packliste folgt.
Ausgangsort / Gebiet

Eckdaten zur Tour
💰 150 € / Anzahlung: 50 €
(enthält ÖV-Transfer, 1 Ü+HP)
🕐 4 Tage
💪 Anspruchsvoll
📅 18. – 21.05.2023
🔧 Biwakausrüstung
🌎 Italien
Anmeldung zur Tour
Mit dieser Anmeldung erhältst du alle Update-Infos zu dieser Tour. Verbindliche Anmeldung durch Anzahlung bis 30. April !
Etappen
Tag 1: Von Mergozzo ins Val Grande
![]() 1400 Hm | ![]() 1050 Hm | ![]() 10.6 km | ![]() 7:00 h |
Die Anreise zur Tour erfolgt mit dem Zug. Abfahrt am 18.05.23 um 08.40 Uhr in Kandersteg. Wir fahren via Lötschberg- und Simplontunnel nach Domodossola und von dort weiter nach Mergozzo.
Um 10.30 Uhr beginnen wir mit dem Aufstieg nach Bracchio. Über das kleine Dorf oberhalb des Lago di Mergozzo steigen wir durch dichte Wälder weiter an der Südflanke des Monte Faiè an und erreichen als Zwischenziel die Alpe Ompio. Kurz darauf betreten wir den Nationalpark und steigen den Bergrücken gegen Norden ab. Am Nachmittag erreichen wir den Rio Valgrande an der Ponte di Velina. Es beginnt der anspruchsvollste Teil der Tour, der sich über den Nachmittag und den folgenden Tag strecken wird. Wir wandern in Richtung Norden und haben den Rio Valgrande als stetigen Begleiter.
Ziel ist es vor Einbruch der Dunkelheit die Überreste der Alpe Orfalecchio zu erreichen. Nur ein Gebäude der Alm ist erhalten und bietet einen einfachen Schutz vor schlechtem Wetter in der Nacht.


Tag 2: Willkommen im Dschungel
![]() ![]() 1150 Hm | ![]() ![]() 750 Hm | ![]() 6.5 km | ![]() 6:00 h |
Die Angaben zu dieser untypischen Etappe täuschen über die zu erwartenden Anstrengungen des Tages hinweg. Denn im teils stark verwilderten Gelände ist die Orientierung nicht immer einfach, sodass sich Wegzeiten schnell vervielfachen können. Dennoch bietet die Tour ein aussergewöhnliches Erlebnis.
Nach kurzem Frühstück folgen wir dem Rio Valgrande weiter flussaufwärts tief in die Wildnis. Wir bleiben auf der Seite des Westufers und weichen zum Teil in die steilen Hänge aus. Wir passieren die Seitentäler Val Piana und Val Cauri, nach denen sich die Schlucht des Haupttals stark verengt. Kurz vor der engsten Stelle müssen wir den Fluss queren (Seilbrücke vorhanden). Nach geglückter Querung wandern wir auf der Ostseite des Flusses weiter. Auch hier müssen wir immer wieder in die steilen Hänge ausweichen bis sich das Tal schliesslich auf ca. 850 m weitet.
Nach Westen hin öffnet sich das Val Gabbio und die Schlucht wird breiter, die Wälder lichter. Hier queren wir den Fluss erneut und steigen am Nachmittag schliesslich gegen den Pizzo Mottac an. Um die Hänge des Berges gibt es mehrere Biwak-Möglichkeit rund um die Alpen Piana, Monticello und Mottac. Sie liegen auf unterschiedlichen Höhen. Je nach Restenergie und Aussicht auf einen tollen Sonnenuntergang steigen wir noch über die Baumgrenze bevor wir unser Lager aufschlagen.
Tag 3: Über den Testa di Menta
![]() ![]() 1600 Hm | ![]() ![]() 1350 Hm | ![]() 12 km | ![]() 8:00 h |
Der heutige Tag bietet im Vergleich zu den vorherigen ein Kontrastprogramm. Wir verlassen die Urwälder des Val Grande und bleiben den ganzen Tag oberhalb der Baumgrenze. Dies erleichtert zwar die Orientierung dafür müssen aber einige Höhenmeter überwunden werden.
Wir besteigen nach Sonnenaufgang den Pizzo Mottac und folgen anschliessend dem Verbindungsgrat in Richtung Testa di Menta. Traumhafte Tiefblicke ins Valle Rosse und Valle Rondino breiten sich zu unseren Füssen aus bis unser Blick schliesslich über das gesamte Val Grande reicht. Von der Testa di Menta haben wir nun 2 etwa gleich lange Optionen.
Variante 1:
Wir steigen nordseitig in den Passo dei Tre Uomini ab und steigen anschliessend nochmals 200 Hm über den Pizzo Tignolino. Der Gipfel wäre wahrscheinlich auch über eine Traverse vor der Testa di Menta erreichbar, das spart Höhenmeter. Vom Pizzo Trignolino folgt der Abstieg in den Passo di Bassagrana und von dort über einen breiten Kessel querend in Richtung Alpe Parpinasca.
Variante 2:
In einer anderen Variante steigen wir vom Testa di Menta südlich in den Passo della Rollà ab. Von hier ab folgt eine lange aber traumhaft schöne Traverse über die Alpe Rina und Alpe di Nava. Zuletzt erreichen wir auch hier die Alpe Parpinasca.
Die Grenze des Nationalparks verläuft zwischen Passo della Rollà und Passo die Bassagrana. Die Alpe Parpinasca ist das ganze Jahr über bewohnt, sodass uns hier eine einfache Unterkunft inklusive Verpflegung erwartet.


Tag 4: Abstieg nach Trontano
![]() ![]() 50 Hm | ![]() ![]() 750 Hm | ![]() 5.5 km | ![]() 2:00 h |
Die letzte Etappe kann entspannt angegangen werden. Nach gemütlichem Frühstück auf der Alpe Parpinasca steigen wir ins Valle Vigezzo ab. Der kürzeste Weg führt nach Trontano. Optional könnte auch weiter östlich abgestiegen werden, was die Tour nur geringfügig verlängert.
Alle Dörfer im Tal haben Zuganbindung in Richtung Domodossola, wo wir um die Mittagszeit ankommen. Nach einem kurzen Mittagessen auf der Piazza (optional) treten wir die ca. 1.5-stündige Rückfahrt nach Kandersteg an.





