




Überquerung des kleinsten Hochgebirges der Welt
Mit knapp 50 km Länge und im Schnitt nur 15 km Breite stellt die hohe Tatra den Zwerg unter den Hochgebirgen dar. Dies gilt aber nur für die flächenmässige Betrachtung. So reichen ihre Gipfel doch weit über die 2000er-Marke hinaus. Auf dieser Tour überqueren wir die hohe Tatra von Ost nach West in 6 abwechslungsreichen Etappen. Die ca. 100 km lange Route führt durch tiefe Wälder, über sanfte Hügel, vorbei an unzähligen Bergseen bis hinauf auf die alpinen Gipfel. Wir lernen gleich 2 verschiedene Länder in Sprache und Kulinarik kennen die in diesem einzigartigen Grenzgebirge kulturell verschmelzen. Die gesamte Route verläuft durch die verbundenen Nationalparks „Tatransky Narodny“ (Slowakisch) und „Tatrzanski Park Narodowy“ (Polnisch).

Überblick
ACHTUNG!
Gesamtkosten abhängig vom Tag der Anzahlung. Kosten- u. Teilnahmegarantie nur bis 22.06.22! Danach nur noch auf Anfrage möglich.
Es überrascht kaum, dass der Bekanntheitsgrad der hohen Tatra unter Bergsteigern der Alpen für gewöhnlich klein ausfällt. Dies mag vor allem an der Grösse des Gebirges im Verhältnis zur Entfernung liegen. Denn allein für die Anreise in diesen entlegenen Winkel Europas braucht es mehr als einen Tag. Da trifft es sich gut, dass die österreichische Bahn in den letzten Jahren mehr und mehr Nachtzugverbindungen anbietet. Nur so, lässt sich die Strecke erträglich gestalten.
Mit dem Nightjet der ÖBB starten wir am Donnerstagabend (22.09.22) von Zürich aus ins Abenteuer. Treffpunkt um 21:15 Uhr auf Gleis 9 (Abfahrt 21:40 Uhr). Wir treffen am Morgen des 23.09.22 in Wien ein, nehmen ein kurzes Frühstück und fahren anschliessend weiter über Bratislava nach Poprad. Von Poprad geht es weiter mit dem Bus nach Ždiar. Hier befinden wir uns am Fuss der Belaer Tatra, einem kleinen Teilgebirge der Tatra.
Wir lassen die Anreise bei gutem Essen ausklingen und starten am folgenden Tag in die einwöchige Überquerung.
Kostendetails
Der Anzahlungsbetrag umfass sämtliche Unterkünfte sowie die Bus- und Bahntickets ab Zürich Hbf. Für die weitere Verpflegung (Halbpension / Getränke) kommt jeder selbst auf. In der Slowakei kann mit Preisen zwischen 15 und 20 € pro Abend, in Polen sogar etwas weniger kalkuliert werden. Mit ca. 200 € sollte man also gut auskommen (Gesamtkosten daher ca. 750 €). (Für 3 Nächte auf der polnischen Seite am besten ein paar Złoty tauschen! Umgerechnet 100 € sollten ausreichen.)
Anforderungs- u. Packdetails
Die Tatra zeigt sich stellweise sehr schroff und alpin. Da das Gebirge sehr schmal ist, gibt es für die meisten Übergänge kaum alternative Routen. Hinzu kommt, dass bereits Ende September in hohen Lagen mit Schneefällen gerechnet werden muss. Dies bedeutet: Sollten Übergänge für uns stellenweise nicht passierbar sein, ergeben sich (zwar technisch einfachere aber) deutlich längere Umgehungen. Es gilt daher umso mehr darauf zu achten nur das Nötigste einzupacken. An technischer Ausrüstung wird lediglich ein einfacher Kletterhelm benötigt. Stellenweise herrscht leichte Steinschlaggefahr!
Verpflegung sollte gut kalkuliert werden. Während der gesamten Tour bestehen keine Einkaufsmöglichkeiten. Eventuell kann an der ein oder anderen Unterkunft der Vorrat ein wenig aufgestockt werden. Da dies z.T. aber angemeldet werden müsste, sollte man sich nur bedingt auf diesen Service verlassen. Zum Teil passieren wir aber auch tagsüber Berggasthäuser in denen man vor Ort etwas essen könnte.
Ansonsten sollte ein Hüttenschlafsack, Trinkflasche, Handschuhe/Mütze/Halstuch sowie guter Regenschutz nicht fehlen. Der Herbst kann in der hohen Tatra wettertechnisch wirklich alles bieten.
Ausgangsort / Gebiet

Eckdaten zur Tour
💰 750€ (Anzahlung: 550€)
Details siehe links
🕐 11 Tage
💪 Mittel
📅 22.09. – 02.10.2022
🔧 Wanderausrüstung + Helm
🌎 Slowakei / Polen
Anmeldung zur Tour
Mit der Überweisung des Anzahlungsbetrags sicherst du dir einen Platz in der Tour. Frühbucher profitieren eventuell von günstigeren Bahntickets!
Plätze für diese Tour sind begrenzt!
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Etappen
Tag 1: Über die Belaer Tatra
![]() 1160 Hm | ![]() 500 Hm | ![]() 12.0 km | ![]() 6:30 h |
Ein gemütlicher Einstieg in eine fantastische Berglandschaft. Wir starten unsere Tour im Dorf Zdiar und folgen dem Fluss Biela flussaufwärts in Richtung Süd-West. Das traumhafte Monkova Tal mit seinem dichten Fichtenwald wird nach oben hin immer schmaler und geht bald in eine abenteuerliche Kalkschlucht über. Wir verlassen die Schlucht und befinden uns am Siroke-Pass schliesslich oberhalb der Baumgrenze. Dieser leicht begehbare Pass war bereits im Mittelalter als Handelsroute bekannt und bietet einen weiten Panorama-Blick.
Wir steigen auf der anderen Seite ins „Weisssee-Tal“ ab und überqueren damit die Grenze zur hohen Tatra. Wir traversieren die Bergflanken in südlicher Richtung und erreichen gegen Nachmittag das „Tal des grünen Sees“ (der Name ist hier Programm). Hier werden wir sicher auf viele einheimische Wanderer treffen, gilt der gleichnamige Bergsee doch als beliebtes Ausflugsziel der Slowaken.


Tag 2: Hinein ins Hochgebirge
![]() ![]() 1400 Hm | ![]() ![]() 1000 Hm | ![]() 9 km | ![]() 7:30 h |
Bereits die zweite Etappe führt uns tief hinein ins Zentralgebirge. Während die beschilderte Route der Tatra-Traverse einen weiten Bogen über den Svistovkou-Pass macht (Alternativroute bei Schlechtwetter) nehmen wir den direkten Übergang über den Baranie-Pass ins Visier. Hier führt uns die Route in zum Teil weglosem Gelände in südwestlicher Richtung bis zur Teryho-Hütte. Diese sollten wir um die Mittagszeit erreichen. Sie liegt wundervoll eingebettet umgeben von mehreren Bergseen.
Nach einer kurzen Pause starten wir in den zweiten und anspruchsvolleren Übergang dieses Tages. Die Priecne-Scharte zeigt sich auf beiden Seiten äusserst steil und ist an den Schlüsselstellen mit Trittstufen und Ketten entschärft. Dennoch kann dieser Übergang nur bei stabilen und trockenen Wetterbedingungen angegangen werden. Andernfalls umlaufen wir die entsprechende Stelle auf einer längeren aber ungefährlichen Route und treffen (früher oder später) im Kessel des Vel’ka Studena Tals ein. Auch hier werden wir wieder mit idyllischen Bergseen belohnt.
Tag 3: Durch die berüchtigte Prielom-Scharte
![]() ![]() 660 Hm | ![]() ![]() 1600 Hm | ![]() 21 km | ![]() 8:15 h |
Wer sich in den steilen Übergängen des Vortags wohlgefühlt hat, wird den heutigen Abschnitt lieben. Die Prielom-Scharte ist vermutlich der abenteuerlichste Übergang den die hohe Tatra zu bieten hat. Die steile Einkerbung entlang der Bergkette bietet eine der wenigen Möglichkeiten um von der slowakischen auf die polnische Seite der Tatra zu kommen und lässt sich nicht sinnvoll umgehen. Die Prielom-Scharte stellt damit nicht nur die Schlüsselstelle dieser Etappe, sondern der ganzen Tour dar.
Wir steuern in westlicher Richtung das Talende an. Gewaltig ragen die schroffen Steilhänge der umliegenden Gipfel hinauf bis auf 2500 m. Die Aufstiegsseite lässt sich noch ohne grössere Schwierigkeiten überwinden. Erst im Abstieg von der Scharte kommen wieder die Hände zum Einsatz. Über 100 m Eisenketten erleichtern den Abstieg in den Kessel des Zamrznute Pleso („Gefrorener See“). Am Seeufer, haber wir den Übergang gemeistert.
Es folgt ein längerer Abstieg durch das Bielovodska Tal. Stets dem Fluss Biela voda folgend erreichen wir bald wieder die Baumgrenze und wandern durch einen schönen Wald entlang der Grenze zu Polen. Wo genau der Grenzfluss letztlich passiert werden kann ist aus den Karten leider nicht ersichtlich, weshalb die Streckenangaben zu dieser Tour noch variieren können. Gegen Abend erreichen wir die Roztoka-Hütte und lassen den Tag bei polnischem Bier und deftigem Essen ausklingen.


Tag 4: Zu den polnischen Seen
![]() ![]() 1300 Hm | ![]() ![]() 1300 Hm | ![]() 18 km | ![]() 9:15 h |
Auch im Herbst ist auf der polnischen Seite der hohen Tatra mit mehr Wanderern und Bergsteigern zu rechnen als die Tage zuvor in der Slowakei. Dies beruht vermutlich zum Einen auf der deutlich besseren Infrastruktur auf polnischer Seite, die es auch Tagesausflüglern ermöglicht ins Hochgebirge zu kommen. Zum Anderen wird aber auch die Landschaft selbst eine starke Magnetwirkung haben. Über 20 wundervolle Bergseen (nur die grösseren gezählt) schmücken das Bild dieser einzigartigen Gebirgslandschaft.
Von der Roztoka-Hütte aus steuern wir in südwestlicher Richtung ins gleichnamige Hochtal. Schlüsselstelle dieser Etappe ist die Überquerung eines mächtigen Nord-Ost-Ausläufers der hohen Tatra. Es bieten sich unzählige Routen auf engem Raum. Je nach Witterung wägen wir spontan ab und bauen den ein oder anderen Gipfel ein. Der Abstieg erfolgt ins Gasienicova-Tal. Auch hier reiht sich ein Bergsee an den anderen (eventuell bleibt Zeit für eine kurze Abkühlung).
Gegen Abend zieht unsere Route nach Westen in Richtung Kuznice. Die Talstation der einzigen Tatra-Bergbahn ist gleichzeitig der Aussenposten der Stadt Zakopane, des bergtouristischen Zentrums der hohen Tatra. Auch wenn wir vom Trubel des Stadtzentrums wenig mitbekommen, bietet Kuznice doch ein gewisses Kontrastprogramm zu den Tagen zuvor. Wir geniessen die polnische Küche in einem kleinen Restaurant (Spezialitäten sind Sauerkrautsuppe, Forellen aus umliegenden Flüssen oder Knödel mit Pflaumen und Schafskäse) als Belohnung für die heutige Etappe.
Tag 5: Auf dem Granzkamm nach Westen
![]() ![]() 1500 Hm | ![]() ![]() 1500 Hm | ![]() 17 km | ![]() 9:00 h |
Der Grenzkamm zwischen Polen und der Slowakei zieht sich rund 10 km von Ost nach West auf recht einfachen Wanderwegen. Die Erreichbarkeit ist mit der Bergbahn ab Kuznice für viele Bergtouristen deutlich gemütlicher geworden. Dies hat aber zur Folge dass sich gerade um den Berg Kasprowy Wierch (1987 m) viele Wanderer aufhalten. Wir umgehen diesen „Hotspot“ im Westen.
Von Kuznice führt unser Weg in südwestlicher Richtung in den kleinen Kondracka-Pass. Bei guter Sicht machen wir einen kleinen Abstecher auf den Giewont (1895 m) einem der Tatra vorgelagerten Bergmassiv mit schöner Aussicht. Von hier ist auch der weitere Routenverlauf gut erkennbar.
Nach einer kurzen Pause steigen wir zurück in den Pass und schlagen dann den südlichen Aufstieg ein. Wir erreichen die Kopa Kondracka und befinden uns schliesslich wieder auf der Landesgrenze Slowakei-Polen. Wir folgen dem Kamm in Richtung Westen und steigen am Nachmittag auf polnischer Seite ins Tomanowa-Tal ab. Die umliegenden Wälder sind mit zahlreichen Lichtungen und Bergwiesen durchsetzt und bieten mit dem Bergsee Smreczynski Staw ein weiteres Schmuckstück dieser Region.


Tag 6: Sanftes Auslaufen
![]() ![]() 1050 Hm | ![]() ![]() 1400 Hm | ![]() 21 km | ![]() 9:30 h |
Auf unserer letzten Etappe erwarten uns keine technischen Schwierigkeiten mehr. Zuletzt zeigt sich die hohe Tatra von ihrer sanften Seite, sodass wir jeden Schritt und jeden Eindruck voll geniessen können.
Wir verlassen Polen über das Pysznianska-Tal in Richtung Süden. Ein letztes Mal ragen die Gipfel hier über das dichte, geschützte Waldgebiet. Es bieten sich nun diverse Optionen. Wahrscheinlich nehmen wir die Route über den Bystra und geniessen nochmals die traumhafte Weitsicht in die Slowakei bevor wir uns auf den langen Abstieg machen
Gegen Nachmittag erreichen wir den grösseren Fluss Bela, der aus verschiedenen Flussläufen der hohen Tatra entspringt und haben damit das kleinste Hochgebirge der Welt überquert. Die Nacht verbringen wir im kleinen Dorf Pribylina.
Tag 7+8: Ein Blick in die Vergangenheit
![]() ![]() – Hm | ![]() ![]() – Hm | ![]() – km | ![]() 4:00 h |
Natürlich ist es kein Zufall dass unsere Überquerung im Dorf Pribylina endet. In Pribylina bietet sich eine einzigartige Gelegenheit einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. So entstand dort am Fusse der hohen Tatra Anfang der 70er Jahre ein grosses Freilichtmuseum. Dort finden sich zahlreichen Gebäuden die im Zuge eines Talsperrenbaus im Jahr 1965 vor der Überflutung gerettet wurden.
Nicht nur die Gebäude sondern auch das Leben der Bevölkerung im 19. Jahrhundert sind über ein grossflächiges Areal dargestellt. Wir verbringen den Vormittag im Museum und machen uns nach dem Mittag auf den Heimweg.
Unser Weg führt zunächst mit Bus, später mit der Bahn über Bratislava zurück nach Wien.
Den letzten Tag verbringen wir in Wien mit einem kleinen Stadtrundgang und bestaunen die kaiserliche Hauptstadt Österreichs. Wir lassen unsere Eindrücke und unsere Tour bei einem letzten gemeinsamen Abendessen in Wien ausklingen bevor wir um 21:27 Uhr (am 01.10.22) den Nachtzug nach Zürich besteigen. Wir erreichen Zürich am Morgen des 02.10.22 gegen 08:20 Uhr.






