


Über den letzten Ausläufer des Alpenbogens bis ans Mittelmeer
Kontrastreicher kann eine Tour wohl kaum sein. Der südlichste Teil der Alpen erlaubt eine facettenreiche Mehrtagestour vom wilden Karstgebirge, über das einsame ligurische Hinterland bis an die Riviera.
Überblick
Unsere Tour beginnt direkt an der piemontesisch-ligurischen Grenzen. Die Route verläuft in einem langgezogenen Bogen zunächst in Ost-West-Richtung bevor wir schliesslich ab dem 3. Tag eine südliche Richtung einschlagen.
Das Gelände zeigt sich anfangs noch unerwartet alpin. Das schroffe Karstgebiet wird gerne auch als „Kleine Dolomiten“ bezeichnet. Hier befinden sich die höchsten Gipfel (über 2500 m) der ligurischen Alpen. Wir übersteigen die Marguareis-Mongioie-Kette wobei besonders ambitionierte Wandere gleich beide (fast gleich hohen) Gipfel besteigen werden. Als Unterkunft dienen typische Berghütten die in diesem gut erschlossenen Gebiet recht dicht zur Verfügung stehen.
Schon bald wandelt sich die Karstlandschaft in teils bewaldete Bergketten mit Mittelgebirgscharakter. Im Bereich der Saccarello-Gruppe betreten wir das Gebiet der Brigasker , einem altern Hirtenvolk mit eigener Sprache und Kultur die sich einst hier niederliessen. Trotz der sanfteren Topographie sind teils noch beachtliche Strecken und Höhenmeter zurückzulegen.
Zuletzt führt uns die Route durch dichte, uralte Kastanienwälder und einsame Dörfer die bis heute ihr mittelalterliches Erscheinungsbild erhalten haben und damit einen kulturell besonders spannenden Aspekt dieser Tour bieten. Die Vegetation verändert sich dabei stufenlos und beinahe täglich von typisch alpin bis typisch mediterran.
Ausgangsort / Gebiet

Eckdaten zur Tour
💰 – € (Anzahlung)
🕐 8 Tage
💪 Mittel
📅 7. – 16.10.2021
🔧 Wanderausrüstung
🌎 Italien
Anmeldung zur Tour
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Etappen
Tag 1: Anreisen und Warmlaufen
![]() 350 Hm | ![]() – Hm | ![]() 2.5 km | ![]() 1:00 h |
Am ersten Tag werden wir wohl die meiste Zeit im Auto verbringen. Die Anfahrt erfolgt via Gd. St. Berhard, Aosta, Turin und wird min. 6 h in Anspruch nehmen. Spätestens um 16:00 erreichen wir den kleinen Ort Ormea. Nach einem schnellen Espresso satteln wir alles auf und machen einen kleinen Nachmittagsaufstieg ins Dorf Chionea, in dem wir die erste Nacht verbringen.


Tag 2: Eintritt ins Karstgebirge
![]() ![]() 1450 Hm | ![]() ![]() 1000 Hm | ![]() 14 km | ![]() 7:30 h |
Bereits am ersten richtigen Tourentag steigen wir ordentlich nach oben. Über dem oberen Tanaro-Tal geht es Richtung Westen. Die ersten Gipfel werden überstiegen (Pizzo d’Ormea, M. Rotondo). Im Aseo-Pass muss man sich dann entscheiden ob man bereits genug hat oder noch den 2630 m hohen M. Mongioie mitnehmen will. Die ohnehin knackige Tour verlängert sich dadurch um 1.5 h und 300 Hm. Doch bei gutem Wetter lohnt sich der Abstecher. Die Wege führen auf der riesigen und traumhaften Hochebene Pian Rosso wieder zusammen, wo wir unsere zweite Nacht verbringen.
Tag 3: Ins Herz der ligurischen Alpen
![]() ![]() 900 Hm | ![]() ![]() 300 Hm | ![]() 11 km | ![]() 4:30 h |
Auf dir heutigen Etappe kann man sich vom Vortag erholen. Das „Pflichtprogramm“ ist überschaubar, dafür aber sehr abwechslungsreich. Wir verlassen die Pian Rosso fast eben in Richtung der Bergdörfer-Ansammlung Carnino. Zivilisation darf nicht erwartet werden. Mit einem kleinen Abstecher können wir die Grotta delle Vene besichtigen (eine riesige Karsthöhle). Gegen Mittag erreichen wir das Colle dei Signori und damit das Tagesziel. Wenn die Aussichten gut sind, können alle, die noch Energie haben, auf den höchsten Gipfel der ligurischen Alpen steigen, die Punta Marguareis (2650 m). Dies wird zusätzliche 3 h und 500 Hm abverlangen.


Tag 4: Auf dem Grenzkamm in Richtung Süden
![]() ![]() 740 Hm | ![]() ![]() 820 Hm | ![]() 16 km | ![]() 5:30 h |
Heute ändern wir die Richtung von West auf Süd. Fast den ganzen Tag laufen wir auf der italienisch-französischen Grenze und haben schönste Aussichten über das ligurische Hinterland im Osten und die Seealpen im Westen. Wenn der Grenzgrat am Monte Saccarello steil abbricht, haben wir unser Tagesziel erreicht und nächtigen in einer urigen ehemaligen Almhütte.
Tag 5: Durchs Hinterland ins Hexendorf Triora
![]() ![]() 200 Hm | ![]() ![]() 1400 Hm | ![]() 14 km | ![]() 5:00 h |
Diese Etappe kann im Vergleich zu den vorherigen Tagen fast schon als „gemütlich“ durchgehen. In sanftem bergab über einen fast noch baumfreien Grat schlendern wir bis zum Mittag nach Triora. Der Ort ist für einen der grausamsten kirchlichen Hexenprozesse Italiens Ende des 16. Jahrhunderts bekannt. Das einstige Grauen hat sich mittlerweile in einen touristischen Kult verwandelt. Alles in Triora (Souvenirläden, Restaurants,…) erinnert an die Hexen von Triora. Der mittelalterliche Dorfkern mit Burg und engen Gassen steuert seinen Teil dazu bei (besonders nach Einbruch der Dunkelheit). Hier werden wir die Nacht verbringen. Nachmittags sollte genug Zeit sein, um Vorräte aufzufüllen, sich in den unzähligen Gassen zu verirren, um sich abends irgendwo zum Essen wieder zu treffen. In dieser (wie auch den folgenden Nächten) habe ich noch kein Abendessen gebucht. Restaurants werde ich einige Wochen (oder Tage) vorher reservieren.


Tag 6: Durch Olivenwälder ins Nerviatal
![]() ![]() 900 Hm | ![]() ![]() 1400 Hm | ![]() 18 km | ![]() 6:30 h |
Auch die heutige Etappe bietet Zeit, um das mediterrane Flair zu genießen. Man sollte inzwischen die Nähe des Mittelmeers spüren (bzw. sehen). Unter die karge Vegetation des Gebirges mischen sich immer mehr dichte Wälder und Olivenplantagen. Wir kommen durch ein paar sehr abgelegene Bergdörfer und machen bei gutem Wetter einen kleinen Schlenker auf den Mt. Croce di Cetta, von dem man einen schönen Blick auf den Tenarda-Stausee und die dahinter liegende Karstgruppe hat. Gegen Nachmittag erreichen wir den schönen Ort Pigna. Einst wegen seiner Thermalquellen beliebter Kurort ist hier heute die Abwanderung in vollem Gange. Im Oktober brauchen wir daher keine Angst
haben, dass uns andere Touristen begegnen. Übernachten werden wir in einer kleinen Pizzeria mit netter Sitzgelegenheit direkt an der Dorfstrasse, ganz im italienischen Stil.
Tag 7: Die schönsten Bergdörfer Liguriens
![]() ![]() 900 Hm | ![]() ![]() 1000 Hm | ![]() 20 km | ![]() 7:00 h |
Heute steht Kultur im Vordergrund und wir spüren langsam wieder die Zivilisation. Auch wenn wir von hektischen Städten noch weit entfernt sind, finden sich zwischen den Hügeln immer mehr Ansammlungen kleiner Dörfer, von denen das eine schöner ist als das andere. Wir bauen einige Extrakurven ein, um die Etappe möglichst abwechslungsreich zu machen. Unter anderem über das schön gelegene Castel Vittorio (schöne Kirche) und über Bajardo welches die offiziell höchstgelegenen Olivenhaine Europas zu verzeichnen hat. (By the way: In Ligurien wird ausschliesslich die Taggiasca-Olive angebaut. Sie gilt als „Feinschmecker-Olive“ und ist vergleichsweise sehr klein aber sehr intensiv aromatisch. Daher rate ich jedem sich vor der Heimreise gut mit Öl einzudecken!) Gegen Nachmittag erreichen wir Apricale, das als schönstes Dorf Liguriens zählt.


Tag 8: Schlussetappe ins Meer
![]() ![]() 900 Hm | ![]() ![]() 1100 Hm | ![]() 23 km | ![]() 8:00 h |
Mit der letzten Etappe genießen wir noch einmal die schönen Hügel des ligurischen Hinterlandes, bevor wir uns ins hektische Treiben der Küstenstraße begeben. Falls jemand in Erwägung zieht noch einen Tag länger zu bleiben: Ich rate entschieden ab. Denn so schön und abwechslungsreich die ligurischen Berge auch sind, so hat die komplett zugebaute Mittelmeerküste einem Naturliebhaber nichts zu bieten. Wir wählen eine Route, die sich dem urbanen Treiben möglichst lang entzieht und machen einen kleinen Schlenker durch den Nationalpark San Romolo. Dieser zieht sich in langem Bogen bis 2 km an die Küste heran. Dann verlassen wir die Natur und kehren in die Zivilisation zurück. Unsere Unterkunft in Bordighera liegt direkt am Strand sodass wir den Nachmittag unsere Blasen kühlen und bei hoffentlich gutem Wetter noch eine Badesession einlegen können.
Tag 9: Rückreise zum Ausgangspunkt
Die Rückreise erfolgt mit öffentlichen Verkehrsmitteln über den touristischen Küstenort Imperia. Zunächst mit dem Zug und anschliessend durch eine ca. 1.5 stündige Busfahrt. Um nicht direkt die weite Heimreise antreten zu müssen, verbleiben wir anschliessend noch eine Nacht in Ormea oder Umgebung.
Rückreise in die Heimat schliesslich an Tag 10.





